Karl Valentin trifft Tatort – Karl-Valentin-Orden für Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec

v.li. Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec,

Seit 1973 verleiht die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla den Karl- Valentin-Orden an eine Persönlichkeit aus Politik, Kunst, Wissenschaft, Literatur oder Sport für die "Humorvollste bzw. hintergründigste Bemerkung im Sinne von Karl Valentin, für eine Rede oder Handlung, für ein Zitat, welches in der Öffentlichkeit publik wurde" .

 

Zu den Preisträgern zählen unter anderen Franz Josef Strauß, Hans Dietrich Genscher,  Helmut Kohl, Papst Benedikt XVI., aber auch Schauspieler wie Iris Berben, Senta Berger und Til Schweiger.

 

Für den Karl-Valentin-Orden 2016 wurden die Schauspieler Miroslav Nemec (geboren am 26. Juni 1954 in Zagreb) und Udo Wachtveitl (geboren am 21. Oktober 1958 in München-Pasing) nominiert. Sie haben schon sehr viele Preise erhalten, unter anderen den Bayerischen Verdienstorden und den Bayerischen Fernsehpreis. Über den Karl-Valentin-Preis „freuen sie sich ganz besonders und sind sehr stolz darauf“.

 

Nemec und Wachtveitl, zwei die sich gefunden haben. Genau wie Karl Valentin und Liesl Karlstadt, verbindet die beiden eine kongeniale Zusammenarbeit. Das Karl Valentin Zitat: „Sie sind auf uns nicht angewiesen, sondern wir auf Sie. Merken’s Ihnen des!“ könnte für Nemec und Wachtveitl nicht treffender sein.

 

Sie sind nicht nur Schauspieler, sondern auch Musiker, Synchronsprecher, Regisseur und Drehbuchautor. Im Jahre 1991 standen die beiden als Münchner Tatort-Kommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic erstmals vor der Kamera und haben bisher über 70 Fälle gelöst. Neben den Ermittlern aus Köln und Münster gehören sie zu den beliebtesten Kommissaren im Tatort-Land Deutschland, viele Folgen mit ihnen haben mittlerweile Kultstatus. Als Kommissar Leitmayr 2014 in der Folge „Am Ende des Flurs“ verletzt wurde und unklar war, ob er überleben würde, hat das Publikum laut BR massiv protestiert. Leitmayr überlebte und das Duo ermittelt weiter.

 

Seit 11.8.2015 drehen sie den neuen Tatort „Mia san jetz da wo's weh tut“ in München und Umgebung. Und der 72. Fall der Münchner wird dann pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum 2016 ausgestrahlt.

 

Narrhalla-Präsident Günther Grauer freut sich, die beiden Künstler im Rahmen der Narrhalla Soirée am Freitag, 22. Januar 2016, im Deutschen Theater München mit den Karl-Valentin- Orden auszuzeichnen.

 

Bis zur Verleihung am 22. Januar wollen Wachtveitl und Nemec „noch entscheiden wer Liesl Karlstadt und wer Karl Valentin ist.“

 

Faschingsprinzessin Cornelia II. liebt den Münchner Tatort und „würde gerne einmal als Praktikantin, Pathologin, Sekretärin oder eine Münchnerin spielen, die sich auf dem Revier verlaufen hat.“

 

 

Beim Pressetermin am 13.11.2015 haben wir Wachtveitl und Nemec gefragt:

 


Sie haben ja schon viele Preise bekommen , was ist das Besondere an diesem Preis ?
 

Wachtveitl:
Der Preis hat ganz besonders mit München zu tun, was den bayerischen Tatort auch auszeichnet. Wir haben immer versucht München in den Vordergrund zu stellen, auch in Facetten, wie es das Fremdenverkehrsamt nicht so unbedingt will. Das Leben von Karl Valentin war ja auch nicht immer schön, dafür sind dann die Kriminaler zuständig. Wir haben immer  versucht den Humor nicht zu kurz kommen zu lassen und uns immer sehr bemüht diesen Trübsinns Kitsch nicht aufkommen zu lassen, den es ja sehr oft gibt. Ein anspruchsvoller Film muss trüb und grauslich sein und es muss auch noch regnen. 
 

Nemec:
Ich als Integrierter, als Kroate, der in München aufgewachsen ist, auch mit Valentin und seinen Filmen auch noch in schwarz-weiß, z.B. der Firmling. Für uns passt das, weil es eine Dualität mit der Liesl Karlstadt und dem Karl Valentin hat. Der tiefgründige Humor, sehr dialektisch, den Ansatz haben wir auch immer für unseren Tatort. Ich freue mich sehr über diesen Preis.

 

Welcher Tatort hätte Karl Valentin am besten gefallen?
 

Wachtveitl:
Es gibt einen Tatort, der ihm vermutlich besonders gut gefallen hätte. Er hatte den bestimmten Auswuchs der „Bayerntümelei“ besonders auf die Schippe genommen, das war unser Volksmusiktatort. Als Krimi war er in der Mittelklasse, aber als satirischer Seitenhieb auf diesen Volksmusikwahnsinn besonders gut funktioniert. Auch „Norbert“, ein ernsterer Tatort, bei dem es um einen Außenseiter, einen geschlagenen, geprügelten Hund ging, der einen Mord gesteht, den er gar nicht begangen hat. DieseTraurigkeit, dieses tapfere Weiterleben in einer Stadt wo sich andere amüsieren, das hätte Valentin bestimmt auch gefallen.

 

Was war ihr schönstes Erlebnis in den 25 Jahren ihrer Zusammenarbeit ?
 

Wachtveitl:
Es gibt zwei, das eine Erlebnis ist der Drehschluss. Nach vier Wochen hat man genug, vom frühen Aufstehen, vom Essen am Catering, das zweitschönste Erlebnis ist, wenn das neue Buch kommt und man sich auf das neue Projekt freut.
 

Nemec:
Wir haben mal privat etwas unternommen, das war sehr lustig und hat mit der Arbeit nur am Rande zu tun. Wir sind einmal nach Kroatien zu meiner Tante gefahren. Wir haben ein Boot gechartert und sind mit diesem Boot aber nicht mehr zurückgekommen, weil das Wetter umgeschlagen hat. Wir sind dann mit dem Bus übers Land nach Hause gefahren. Als wir ankamen war das Wetter tip top und wir hätten auch mit dem Boot fahren können.

Wachtveitl zu dem Erlebnis:
Die Bootsfahrt war recht teuer, die mussten wir natürlich voll bezahlen, obwohl wir sie nur halb genutzt haben. Die Busfahrt hat ein Hundertstel von der Bootsfahrt gekostet und hat genau so viel Spaß gemacht.
 

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