Das neue Münchner Kindl 2016

v.li. Karl-Heinz Knoll, Viktoria Ostler, Josef Schmid

Ein Mönch in schwarzer Kutte mit goldenem Rand ist die offizielle Wappenfigur von München. Der Mönch weist auf ein Kloster von Mönchen hin, auf die laut einer Theorie der Name München zurückgeht.

Die Wappenfigur wird als Münchner Kindl bezeichnet und dargestellt. Das Stadtwappen wurde seit dem 16. Jahrhundert von diversen Künstlern verfremdet und verändert. In den 20er Jahren wurde daraus ein Mädchen, das Münchner Kindl. Der Maler Kaspar Braun zeichnete 1847 das Münchner Kindl erstmals. Das heutige offizielle Münchner Kindl, das Wappen der Landeshauptstadt München, ist eine Graphik von Eduard Ege von 1957.

 

Zum „Leben erweckt“ wurde das Münchner Kindl erstmals vom Maler Kaspar Braun. Er ließ das Münchner Kindl (dargestellt als einen Jungen) in seiner Zeichnung aus dem Jahr 1847 aus dem Wappen steigen. Der 85 m hohe Rathausturm in München wird gekrönt von dem Münchner Kindl, das von Anton Schmid geschaffen wurde, wobei dessen Sohn Wiggerl (Ludwig Schmid-Wildy) Modell stand.

 

Man findet das Münchner Kindl z. B. auf Trambahnwagen, Kanaldeckeln, Postkarten, Bierkrügen, Bierflaschen oder Plakaten. Anstelle des Eidbuchs hält das Münchner Kindl auf vielen Darstellungen heute einen Bierkrug in der Hand.

Seit 1938 wird regelmäßig eine junge Münchnerin vom Festring München e. V., meist aus dem Kreise der Brauereien, Schausteller oder Wiesn-Wirte, zum Münchner Kindl berufen und repräsentiert als Botschafterin die bayerische Landeshauptstadt. Der Festring München e.V. organisiert zum Oktoberfest den Einzug der Wiesnwirte und den Trachtenumzug.

 

Erstes Münchner Kindl war 1938 die 1920 in Stuttgart geborene Ellis Kaut, eine deutsche Kinderbuchautorin, die durch die Erfindung des Pumuckl international sehr erfolgreich wurde. 

 

Das Münchner Kindl führt, mit einer gelb-schwarzen Franziskanerkutte bekleidet, den Einzug der Wiesnwirte des Münchner Oktoberfestes und den weltberühmten Trachten- und Schützenzug an. Wenn der Münchner Oberbürgermeister das Oktoberfest mit einem „O’zapft is!“ eröffnet, sitzt das Münchner Kindl auf dem Fass.

 

Am 12. Mai 2016 wurde im Bier- und Oktoberfest-Museum das  neue Münchner Kindl vorgestellt. Sie ist eine waschechte Münchnerin und  23 Jahre alt. Viktoria  studiert

Rechtswissenschaften, zuerst 3 Jahre in Wiesbaden in Kombination mit BWL, und seit einem Jahr an der Ludwig-Maximilians-Universität München,  eine der renommiertesten und traditionsreichsten Universitäten Europas. Durch den Mälzerei-Betrieb ihrer Familie sind ihr die Themen rund ums Bier bestens bekannt. Sie reitet schon seit ihrer Kindheit, am liebsten auf den Haflingern ihrer Eltern, und freut sich mit „Jackl“ den Einzug der Wiesn-Wirte und den Trachten- und Schützenzug  anzuführen.

 

Das Ross (süddeutsch für Pferd) „Jackl“ für das Münchner Kindl wird alljährlich von der Spaten-Brauerei gestellt. Die Spaten-Brauerei gehört zum Anheuser-Busch-InBev-Konzern und ist mit über 600 Jahren Tradition die älteste noch existierende Braustätte Münchens. „Jackl“ ist ein siebenjähriger Brabanter, ein belgisches Kaltblut und seit 4 Jahren der treue Begleiter des Münchner Kindls bei seinen Auftritten. Der eine Tonne schwere „Jackl“ steht in Pension am Zengerlehof in Neufahrn bei Egling. Für das Ross des Münchner Kindls wurden extra ein besonderes Prunkgeschirr und ein Damensattel angefertigt.

 

Die schwarz-gelbe Mönchs-Kutte  des neuen Münchner Kindls hat schon ihre Tante Helene vor über 30 Jahren getragen. 

 

Viktoria: „Meine Tante Helene (Münchhafen geb. Ostler) war ja auch Münchner Kindl (1981 – 1983). Ihr Bild stand immer bei meiner Oma, das hab ich mir oft angeschaut. Da ist der Traum entstanden auch mal Münchner Kindl zu werden. Es ist eine unglaublich große Ehre für mich, die Stadt München vertreten zu dürfen. “ 

 

Oktoberfest-Chef und zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU)  ist begeistert vom neuen feschen und klugen Münchner Kindl, ist es doch „ein Symbol für München, das auf der ganzen Welt Beachtung findet.“ 

 

Die Eltern von Viktoria, Beate und Albert Ostler, sind sehr stolz auf ihre Tochter. Beate Ostler: „Mir gefällt es, wenn die Jugend die Tradition wahrt.“  Albert Ostler: „Meine Schwester war auch mal Münchner Kindl, der hat es wahnsinnigen Spaß gemacht und sie hat es meiner Tochter immer erzählt“.

 

Gratuliert haben dem Münchner Kindl auch:
Catherine Demeter (Edith-Haberland-Wagner-Stiftung), Lukas Bulka (Bier- und Oktoberfestmuseum), Karl-Heinz Knoll und Helmut Pfundstein (Festring München),  Bernhard Klier, Katrin Schilz und Stephan Wagner (Spaten-Brauerei), Max Bertl, (Bayerischer Trachtenverband) und Wolfgang Kink (Bayerischer Sportschützenbund).

Musikalisch untermalt von den „4 Hinterberger Musikanten“.

 

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