Maibockanstich 2015 Rede von Django Asül

Foto: Ingeborg Hoffmann

Herzlich willkommen zum Maibockanstich 2015. Dieses Jahr feiern wir zwei historische Großereignisse: 100 Jahre FJS. Und natürlich noch weitaus imposanter: 48 Jahre Markus Söder.

 

Einen galanteren Gastgeber als den Markus kann ich mir gar nicht wünschen. Ein echter Impressario ist er. Ach, was sag ich Impressario. 

Was Pep Guardiola für den FC Bayern, ist der Söder für Bayern. Ich warte ja schon immer drauf, dass amoi deine Hose platzt.

 

Als Heimatminister mit Amtssitz in Nürnberg bist ja quasi eine Art nordbayerischer Ministerpräsident. Wichtiger Job. Weil die Nordbayern schon bissl nervös sind seit Herbst. Im Nachbarland Thüringen ist ein Sozialist Ministerpräsident. Da brach in der CSU leise Panik aus: Wos, a Linker? Wia hoaßt denn der? Ramelow? Is des a Ukrainer?

 

Wie kann ein Linker in Deutschland Ministeerpräsident werden? Dank der gütigen Unterstützung der SPD. Die SPD hat auch gesagt: Es geht ihr gar nicht um Thüringen. Man wolle 2017 Frau Merkel im Bund ablösen. Und das ginge nur mit Hilfe der Linken.

 

Dass etliche Stasi-Leute bei den Linken mitmachen, ist für die SPD kein Problem. SPD-Chef Gabriel hat sagt: Die Stasi war ja damals in der DDR nur das, was in Bayern die Trachtenvereine sind.

 

Der Söder ist richtig gut im Geschäft. Die Finanzen in Bayern laufen von selber. Drum kümmert er sich hauptsächlich um seine Schauspielkarriere. Als er Heimatminister geworden ist, hat der Markus extra vom BR eine Serie dazu drehen lassen.

 

Dahoam is dahoam. Da hat der Söder einen uneigennützigen, charmanten Politiker gespielt. Zuschauer waren irritiert. Aber die Kritiker haben

geschrieben: Sie hätten Söder diese Verwandlungsfähigkeit nicht zugetraut.

 

Im Februar war er dann nochmal im Fernsehen. Im Fasching. Da hat er ausgeschaut wie eine Art Nelson Mandela für Arme. Da waren alle begeistert. Warum? Weil er als Ghandi nur rumgehockt ist und hat nix sagt. Ich soll dir übrigens von der Fraktion ausrichten: Nur rumhocken und nix sagen darfst ruhig öfter. Auch und grad außerhalb vom Fasching.

 

Söder mittlerweile überall beliebt. Außer in Straubing. Die Straubinger SPD will dich ausladen als Redner beim Gäubodenfest. Die Straubinger fühlen sich übergangen bei der Behördenverlagerung. Markus, warum hast denn alles an SR vorbei verlagert? Jetzt sind die Straubinger sauer auf die Deggendorfer.

 

Übrigens, der Landkreistagspräsident Bernreiter ist ja auch Landrat in Deggendorf. Falls du tatsächlich in Straubing nicht reden darfst, bietet der Bernreiter an: Du darfst dann in Deggendorf reden. Und der Bernreiter sorgt dafür, dass keiner zuhört.

 

Oder du schickst als Vertretung den Rinderspacher hin. Es verfestigt sich langsam der Eindruck: Der Rinderspacher Generalsekretär von Söder.

Ich zitiere aus einer dpa-Meldung vom 1.Januar:

SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher erwartet weit vor der Landtagswahl 2018 die Ablösung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

 

„Wir stellen uns auf einen Wechsel bereits 2016, spätestens 2017 ein“, teilte der Oppositionsführer am Donnerstag in München mit. Gibs zu: 

Den Satz hat dir doch der Söder diktiert!

 

Jetzt ist es so weit, Rinderspacher. Du beschäftigst dich mit der CSU schon intensiver als mit der SPD. Bist dir zu schade für Nebensächlichkeiten? Oder magst einfach nur deine Ruhe? Als ich die Rede vorbereitet hab, hab ich dich gegoogelt. Hab ich eingegeben: 

Rinderspacher. Weißt, was dann kam? Da fragt mich Google: Meinten Sie Rinderbraten?

 

Angeblich gibt’s Landtags-SPDler, die von dir noch nie was gehört haben. Bis sie dich im Fernsehen gesehen haben in Veitshöchheim. Als Phantasywesen Ork bist da gegangen. Da haben viele gesagt: Aaah, da schau her! So schaut der Rinderspacher aus, wenn er nicht geschminkt ist.

 

Für den Florian Pronold war Veitshöchheim doppelt schwierig. Man hat ihn nicht erkannt. Und man hat auch nich erkannt, als was er geht. Che Guevara sollte das sein. Ausgeschaut hast wie ein Förster, der sich nach drei Joints im eigenen Wald verlaufen hat.

 

Tipp an Rinderspacher und Pronold: Ihr seid zu brav. Lasst mal ab und zu den Drecksack raus. Macht mal mit bei Dahoam is dahom. Oder nehmt euch ein Beispiel an EU-Kommissionschef Juncker.

Der ist mit Leib und Seele ein echter Drecksack. Deshalb ist er auch Chef der EU-Kommission geworden.

 

Das wollte die Merkel so. Die Merkel sagt: Wer wie die EU mit Schurkenstaaten wie Russland, Amerika oder China zu tun hat, braucht selber einen Schurken an der Spitze.

 

Die Merkel wusste ja schon seit Jahren, was wir erst im Winter

erfahren: Dass dieser Juncker in seiner Zeit als Finanzminister und Regierungschef von Luxemburg dem deutschen Staat Hunderte von Milliarden Steuern entzogen hat. Indem er Großkonzernen Dumpingtarife anbot.

 

Im Prinzip hat der Juncker aus Luxemburg die größte Geldwaschanlage der Welt gemacht. Da hat selbst die Mafia gesagt: Reschpekt. Neben dem Juncker sind wir Mafiosi ja nur albanische Hütchenspieler.

 

Weil in Europa alles mit rechten Dingen zugeht, darf jetzt der EU-Kommissionspräsident Juncker gegen den Luxemburger Staatschef Juncker ermitteln. Da hat selbst der Sepp Blatter gesagt: Passt auf, der bescheißt!

 

Lieber Pronold, lieber Rinderspacher, ihr bescheißt nicht. Aber ich glaube, ihr habt ein generelles Missverständnis: Ihr meint, ihr müsstet unbedingt Ahnung haben, um etwas zu bewegen. Dem ist nicht so. 

Aktuelles Beispiel, dass es auch ohne Ahnung geht: Andrea Nahles. An der beißt sich die CSU die Zähne aus.

 

Warum ist die Nahles Arbeitsministerin? Weil sie sehr gute Erfahrungen damit gemacht hat, nicht zu arbeiten. Drum will sie, dass die Leute spätestens mit 63 aufhören zu arbeiten.

 

Nahles gestörtes Verhältnis zur Arbeit. Sie hat lieber studiert. 20 Semester lang! Klar, wenn sie aufhört, müsste sie ja arbeiten. 

Sicherheitshalber hat sie auch nur Fächer studiert, wo es gar keine Arbeit dazu gibt. Jüngere Germanistik. Ältere Germanistik. 

Politikwissenschaften. Mit der Kombination kannst eigentlich nur Maskenbildnerin beim Hörfunk werden.

 

Wobei ich mir auch von den CSU-Damen mehr Selbstvertrauen wünschen würde. Grad von den Neulingen. Huml und Scharf. Ihr findet ja auch selten bis nie statt. Ich habe mal einen Bekannten gefragt: Sag mal, was hältst du von Huml und Scharf? Sagt er: Huml und Scharf? Ist des ned die Tabledance-Bar in Vilsbiburg?

 

Ihr könnt ja besonders stolz sein, weil ihr noch vor der Frauenquote im Kabinett gelandet seid. Ihr seids quasi mit Absicht auf eurem Posten und nicht aus kosmetischen Gründen. In Zukunft geht das nimmer.

 

Dank Familienministerin Schwesig. Die Frau Schwesig hat gesagt: 

Frausein und Qualität, das passt nicht zwangsläufig zusammen. Drum muss eine Quote her. Zunächst nur mal in Aufsichtsräten.

 

Dadurch entsteht im Aufsichtsrat eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Als Frau wird man immer gefragt werden: Warst du schon vor der Quote da oder wegen der Quote? Wenn sie sagt: Nein, schon vor der Quote, heißt

es: Gott sei Dank! Ich hätte mal eine Fachfrage. Wenn Sie sagt, sie ist dank der Quote da, heißt es: Herzlich willkommen, ich hätte bitte gerne einen Cappuccino.

 

Aber so richtig den Vogel abgeschossen hat die zuständige Familienministerin Schwesig mit einem Detail: Firmen, die nicht genug Frauen für den Aufsichtsrat finden, dürfen den für die Frau vorgesehenen Stuhl einfach frei lassen.

 

Damit will uns Frau Schwesig sagen: Ob jetzt da eine Frau sitzt oder nicht, ist völlig Wurscht. Damit beweist Frau Schwesig: Sie ist die Conchita Wurst der Politik. Damit geht dieser Kelch schon mal am Anton Hofreiter vorbei.

 

Liebe CSU-Mädls, da muss mehr kommen von euch. Ihr müsst auch mal dahin gehen, wo es weh tut. Wer macht das besonders gern? Ursula von der Leyen. Von der Leyen ist jetzt quasi der Bullterrier, den Merkel auf Putin angesetzt hat.

 

Mit dem Steinmeier geht ja nix weiter. Nach jedem Ukraine-Gipfel zurück, hockt sich bei der Merkel auf den Schoß und fängt zu heulen an.

 

Und die deutsche Öffentlichkeit kann mit dem Ukraine-Thema ja bis heute nix anfangen. Die meisten fragen sich: Wofür braucht ein Ukrainer einen Staat? Nicht mal die Oberkrainer haben einen gehabt.

 

Klingt jetzt vielleicht einfältig. Aber die einzigen Ukrainer, die man in D kannte, waren die Klitschkos. Und drum dachte man halt: Der Ukrainer an sich futtert eine Milchschnitte nach der anderen und haut seinem Gegenüber eins in die Fresse.

 

Und bei den Demonstrationen in der Ukraine waren ja die Meinungen auch gespalten. Die Ostukrainer sagen: Wir sollten lieber alle wieder Russen werden. Dann können wir im Winter billig heizen. Die Westukrainer sagen: Wir wollen in die EU. Denn wir sind ein hochkorruptes Land.

 

Das alles hat den Steinmeier sehr frustriert. Irgendwann hat die Merkel gesagt: Steinmeier, hör auf mit der Flennerei. Du kriegst jetzt als Unterstützung die ultimative Waffe der Bundesregierung: Ursula von der Leyen. Steinmeier verwundert: Wen? Merkel: Na, unsere Granaten-Uschi. Die hat dem Putin gleich gezeigt, wo der Hammer hängt. 

Weil die Uschi sagt: Bei Putin helfen keine Worte, sondern nur Fotos!

 

Das Foto von der Uschi vor der Transall ist ja das Foto des Jahres. 

Ein Foto, als hätte Leni Riefenstahl Bushido in Szene gesetzt. Aus Uschi wird Ushido. Hinten das Flugzeug, vorne Uschi mit verschränkten Armen. Der Blick schweift in Richtung Horizont. Knallenge schwarze Jeans. Schwarze Jeansjacke. Ein Outfit, das Angela Merkel als Reizwäsche einstufen würde.

 

Die wirklich große Überraschung ist aber: Dieses Flugzeug hob tatsächlich ab.

Dass nämlich Maschinen von der Bundeswehr überhaupt abheben, war unter der Leitung von der Frau von der Leyen nicht mehr vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt bei der Bundeswehr mittlerweile eher im Nichtmilitärischen. Die Bundeswehr soll nämlich der beliebteste Arbeitgeber werden. Weniger Militär, mehr Wellnessoase.

 

Das hat die Von der Leyen gut hingekriegt. Bald tauchten nämlich Presseberichte auf, wo es hieß: Eigentlich ist das komplette Bundeswehr-Arsenal alt oder kaputt oder beides. Oder nicht vorhanden.

 

Ganz arm dran sind beispielsweise die Fallschirmjäger. Denen fehlen Sturmgewehre und Nachtsichtgeräte. Was ja im Ernstfall zu einer gewissen Unwucht führen kann.

Der Fallschirmjäger muss im Kriegseinsatz erst mal den Feind fragen: 

Sag mal, ist es noch finster draußen?

 

Viele BW-Soldaten sagen auch: Lieber haben wir wie die Fallschirmjäger gar kein Gewehr als das, was wir haben. Weil das Standardgewehr der Bundeswehr schießt nicht geradeaus. G36. Experten sagen: Das Gewehr schießt so was von daneben. Das kannst eigentlich nur an österreichische Biathleten verkaufen.

 

Aber die Von der Leyen zieht ihren Stil durch. Sie sagt immer: All diese Kritik prallt ab an meinem Teflon-BH. Was das G36 für Von der Leyen, ist ja der neue Konzertsaal für Seehofer. Drum hat dieses Thema beim Seehofer oberste Priorität. Der Seehofer ist ja Klassikfan. Der hat sogar einen Smoking.

 

Und der Horst ist sich sogar einig mit dem Münchner OB Reiter. Beide wollen den Gasteig umbauen und keinen Neubau. Weil ein Neubau nämlich billiger wäre. Und da sagt der Seehofer: Für billige Lösungen steht er nicht zur Verfügung.

 

Sicherheitshalber gibt es auch noch keine Pläne und Kostenschätzungen. 

Weil sonst könnte man sich ja verkalkulieren. Aber solche Fehler sind in Bayern tabu. Die CSU steht für eine solide Finanzpolitik. Solches Dilettantentum wie bei der Elbphilharmonie ist in Bayern undenkbar.

 

Warum wurde denn die Elbphilharmonie so teuer? Nicht weil die Kosten explodiert sind. Sondern weil es am Anfang einen Kostenplan gab. Und drum gibt es für den Gasteig-Umbau keinen Kostenplan. Man kann nur die Bauzeit schon abschätzen.

 

Fachleute sagen: Exakt 3 bis 8 Jahre. Und der Kultusminister Spaenle zieht voll mit. Der Spaenle hat es auch einfach: Er sagt, er muss nur Alternativen anbieten. Für Lösungen sind andere zuständig.

 

Wenn man einen Durchbruch braucht, muss immer der Spaenle ran. Bei der geplanten Schulreform kam z.B. im November dann der entscheidende Durchbruch. Spaenle: Man darf das G8 nicht gegen das G9 ausspielen. 

Wir machen einen Kompromiss: G8,25.

 

Ein Viertel der Schüler kann also in Zukunft ein Jahr länger in die Schule gehen. Und es gibt keine Wahlfreiheit. Aber welches Viertel genau betroffen ist, das wird nach einem geheimen Schlüssel berechnet. 

Eine Mischung aus Tombola und EZB-Leitzins.

 

Und dagegen protestieren jetzt Lehrer, Eltern und Opposition.

Aber der Spaenle hat schon eine gute Alternative auf Lager: Aufs Gymnasium darf in Zukunft nur, wer das Abitur nachweisen kann.

 

Vor paar Tagen hat der Spaenle zusammen mit dem Beppi Schmid eine neue Alternative aufgebracht. Das fand der Reiter sofort super. Und zwar im Olympiapark. Mehrzweckbau. Tagsüber Eishalle, am Abend Konzerthalle. 

Aber die Stimmung bleibt aufgeheizt.

 

Und es gab schon früh die ersten Opfer. Als die Konzertsaaldebatte losging, hat der TSV 1860 München gleich den Trainer rausgeschmissen. 

Was das mit dem Konzertsaal zu tun hat? Wenn alle Stricke reißen, will man das Grünwalder Stadion zum Konzertsaal umbauen.

 

Das hätte deutlich mehr Kapazität als der Gasteig. Und das Stadion ist nicht überdacht. Und da sagt der OB Reiter: Das passt wunderbar, weil das Konzertsaal-Konzept wurde auch nie überdacht.

 

Aber der Seehofer hat bestimmt schon einen Plan B in der Tasche: Statt einer Stromtrasse eine Kulturtrasse von Nord nach Süd. Falls die Elbphilharmonie mal fertig wird.

 

Apropos Stromtrasse: Haben Sie den Energiedialog von der Ilse Aigner mitgekriegt? So was sollte man für den Gasteig auch machen. Einen Konzertsaaldialog. Der Energiedialog lief sehr ergebnisorientiert.

 

Bilanz vom Energiedialog laut SZ: 2000 Liter Kaffee und 3000 Butterbrezen und Krapfen. Und das Fazit: Falls man eine Stromtrasse baut, hat man eine. Falls nicht. Dann nicht. Und wenn alle Kernkraftwerke abgeschaltet sind, nehmen wir den Strom notfalls aus der Steckdose.

 

Energiewende bleibt ein Dauerbrenner: Kampf gegen Windräder wie Kampf gegen Windmühlen. Seehofer ist der Don Quixote der CSU.

Standpunkt vom Seehofer ist und bleibt: Ohne Mitbestimmung der Bürger kann es keine Stromtrassen geben. Sein Motto ist: Man darf jederzeit gegen den Verstand regieren, aber nie gegen die Bürger.

 

Außerdem sagt Seehofer: Der Bayer ist Patriot. Der will keinen Strom von der Nordsee. Wenn der Bayer Nordseestrom will, fährt er in den Norden und lädt dort sein Handy auf.

 

Wenn nämlich mal kein Wind geht, kommt kein Ökostrom über die Trasse, sondern Kohlestrom. Und da sagt der Seehofer: Man kann doch nicht die Luft verpesten, nur um die Umwelt zu schonen!

 

Um die Energiewende braucht sich der Söder nicht kümmern. Der Markus kann sich voll auf sein zukünftiges Amt konzentrieren. Welches genau, verraten wir heut noch nicht, gell Markus! Finanzminister macht er ja mit links.

 

Wie hat der Seehofer im Winter die Arbeit vom Söder bezeichnet hat? 

Als perfekt! Und laut einer Umfrage wollen ihn immer mehr Leute als Seehofer-Nachfolger. Weit vor Aigner, Dobrindt und Herrmann.

 

Obwohl Dobrindt und Herrmann dafür zuständig sind, Bayern nach innen und außen absichern. Dobrindt bremst unerbetene Gäste durch die Maut aus.

Und der Herrmann will wieder Grenzkontrollen einführen.

 

Im Herbst hätte der Herrmann sauber punkten können. Wenn er den Doppelpass noch vor Deutschland eingeführt hätte. Seit Herbst kriegen den jetzt sogar Türken. Da hat der Herrmann leider gepennt aus bayrischer Sicht. Da hätte er schneller sein müssen. So ein Doppelpass macht nämlich richtig frei und flexibel.

 

Da wacht man in der Früh auf und sagt sich: Mei, ich glaub, heut bin ich mal wieder Deutscher. Weil ich zum Frühstück frische Weißwürste will. Oder: Heut bin ich lieber a Türk. Weil dann kann ich mit meiner Frau auf traditionelle Art kommunizieren. Quasi mit Hand und Fuß.

 

Wenn sich der Herrmann beliebt machen will, sollte er vielleicht so wie die Merkel einen Integrationsgipfel machen. Würde Sinn machen, weil ja doch viele Preissn nach Bayern kommen. Die echten Ausländer kann Bayern nach wie vor der Merkel überlassen.

 

Einmal pro Jahr macht die Merkel nämlich so einen Integrationsgipfel. 

Immer im Herbst. Das letzte Mal hat die Kanzlerin Firmen aufgerufen, mehr Migranten einzustellen. Das war aber den Migrantenverbänden zu wenig. Die Migrantenverbände pochen auf anonyme Bewerbungen.

 

Anonyme Bewerbung heißt: ohne Nennung von Name, Alter, Geschlecht, Herkunft. Das bedeutet: Wenn eine Firme eine anonyme Bewerbung kriegt, weiß man sofort: Aha, der ist entweder Araber oder Türke. Weil ein Deutscher bewirbt sich logischerweise nicht anonym. Der ist ja nicht blöd.

 

Und richtig spannend wird es dann beim Bewerbungsgespräch. Wie zieht man sich an, damit man weder Alter noch Geschlecht noch Herkunft verrät? Und da sagen Integrationsfanatiker, man hätte sehr gute Erfahrungen mit Burkas gemacht.

 

Grad in Ländern wie Afghanistan oder Sudan wäre es üblich, dass sich die Frauen ein Leben lang rund um die Uhr anonym bewerben. Und da hat die Merkel gesagt: Sie findet das übertrieben. Ihrer Meinung nach reicht für eine anonyme Bewerbung ein Hosenanzug.

 

Der Söder hatte neulich auch seinen Integrationsgipfel. In China. Die Chinesen haben ihn eingeladen. Die Kommunistische Partei wollte bissl Nachhilfe in Sachen straffe Parteiführung.

 

Was wir dank Söder auch erfahren haben: Es gibt eine Zusammenarbeit der Flughäfen Peking und München. Und unser Söder hat da einen Superdeal gemacht. Der Plan ist: Die dritte Startbahn des Münchner Flughafens wird am Flughafen Peking stehen.

 

Nach München kommt sie erst, wenn die Grünen nicht mehr im Landtag sind. Außerdem gibt es in China eine Tochter der BayernLB. Von der erwartet sich der Söder viel. Töchter der BayernLB waren immer schon ein Gewinngarant. Siehe Hypo Alpe Adria. Da hätte man auch eher draufkommen können, dass die Alpen nicht an der Adria liegen.

 

Und weil unser Söder ein sentimentales Brackl ist, hatte er  für die Chinesen ein hochemotionales Geschenk dabei: Ein Foto von FJ Strauß und Mao Zedong. Eine Weltsensation: Auf einem Bild nebeneinander der gütige Alleinherrscher und der Grattler-Chinese.

 

Der Söder als alter Charmeur hat also bewusst den Schulterschluss mit seinem chinesischen Kollegen gesucht. Angeblich soll der Söder gesagt

haben: Wir hatten sogar mal einen Landsmann von euch im Bundeskabinett! Kennt ihr den Philipp Rösler?

Mensch, Markus, eigentlich hättest die Margarete Bause mitnehmen müssen nach China. Die Margarete hat was wiedergutzumachen in China. 

Als sie im November mit dem Seehofer dort war, hat sie ja aus Versehen den Dissidenten Ai Weiwei getroffen. Jetzt werden die Chinesen auch einen Dissidenten treffen wollen, wenn sie Bayern besuchen. Aber das Problem ist: Der Gauweiler hat ja nie Zeit.

 

Seehofer war natürlich richtig sauer auf die Bause. Nach China fahren und dann den Ai Weiwei treffen. Das ist wie wenn man den FC Bayern besuchen will und dann macht man ein Interview mit dem Müller-Wohlfahrt.

 

Die Bause ist eine gute Haut. Die wollte da bestimmt nicht den Seehofer düpieren. Wahrscheinlich wusste sie gar nicht, dass der Ai Weiwei ein Dissident ist. Woher auch. Ai Weiwei, das klingt ja eher nach einem Einsiedlerhof in der nördlichen Oberpfalz.

 

Drum: Falls Sie wieder mal nach China fahren, am besten niemanden treffen. Und wenn Sie unbedingt irgendeinen Ai treffen wollen, nehmen Sie halt den Aiwanger mit.

 

Als Toppolitikerin muss man in Bayern schon aufpassen. Wenn nicht: 

Siehe Christine Haderthauer. Die Christine war eine der größten Konkurrenten vom Söder in Sachen Seehofer-Nachfolge. Allein schon durch ihr Amt.

 

Die war Leiterin der Staatskanzlei. Quasi die Chefin vom Seehofer. 

Wenn die Haderthauer nicht aufgesperrt hat, konnte der Seehofer gar nicht ausm Zwinger raus. Und Deutschlands erfolgreichste Modellbauministerin! Sie hat Charakter bewiesen. Sie hat gesagt: Sie tritt zurück. Weil sie nicht schuldig ist. Wann muss man in BY zurücktreten?

 

Nicht wenn man schuldig ist. Auch nicht wenn die Öffentlichkeit es fordert. Sondern wenn die Partei es fordert. Und die Haderthauer hat schnell kapiert, dass sich der Wind dreht. So nach 10, 11 Monaten.

 

Immer mehr Leute aus der CSU haben sich von ihr distanziert. Jetzt heißt es: Sie ist eben doch keine gebürtige Bayerin und dadurch charakterlich anfällig. Geboren in Neumünster. Das ist schon nimmer Norddeutschland. Das ist schon eher Süddänemark.

 

Aber man muss sich keine Sorgen machen um Bayern. Der Nachfolger von der Haderthauer wurde sofort gefunden: Marcel Huber. Der konnte nämlich beweisen, dass er kein einziges Modellauto hat. Marcel ist die Allzweckwaffe der CSU. Quasi männliche Frauenquote. Frauenquote mit Frauen kann ja jeder.

 

Die Arbeitsteilung zwischen Söder und Seehofer klappt immer besser. 

Fernost macht ab sofort der Söder. Nahost der Seehofer. Horst war neulich in Saudi-Arabien. Dafür bekam er viel Lob von der Margarete Bause. Die war nicht dabei. Weil die arabischen Dissidenten grad im Urlaub waren.

 

Die Bause hat gesagt: Waffenlieferungen in ein kriegsführendes Land sind beschämend. Entweder hat der Seehofer keine Ahnung vom Nahen Osten oder er ist skrupellos. Aber der Seehofer hat Ahnung. Er verkauft nur an die Länder, die Geld haben und die Waffen auch tatsächlich brauchen.

 

Und der Seehofer hat sogar dem Sigmar Gabriel aus der Patsche geholfen. Paar Wochen vorher war nämlich der Bundeswirtschaftsminister bei den Saudis. Die haben sich schon gefreut auf paar saubere Panzer. 

Und was macht der Rollmops?

 

Sagt, er könne nicht mit schweren Waffen dienen. Und da denkt sich ein

Seehofer: Den Gabriel darf man nicht im Stich lassen. Außerdem, liebe Margarete, wenn du dem Horst sagst, er kennt sich im Nahen Osten nicht aus, wird der Seehofer nur antworten: Was glaubst du, wie oft ich schon in Niederbayern war!

 

Wenn Seehofer auf die Araber zugeht, will er Bayern fit für die Zukunft machen. Laut einer McKinsey-Studie ist Bayern gar nicht so zukunftsfähig. Wenns nach McKinsey geht, droht Bayern ein ähnliches Schicksal wie der bayerischen Opposition.

 

Dabei hat die CSU die Studie gar nicht in Auftrag gegeben. So gesehen ist die Studie eh nix wert. Drum hat ein aufstrebender CSU-Jungstar namens Erwin Huber gesagt: Man darf ja alles schreiben. Hat ja auch keiner gefordert, die Studie!

 

Ein echter McKinsey-Fan ist ja Hubert Aiwanger. Der hat gesagt: "Es ist bezeichnend, dass jeder das raus liest, was er hören will." 

Aiwanger, der Landtagsphilosoph. Hubert, was soll denn das gewesen sein? Dass jeder daraus liest, was er hören will? Hubert, das ist keine politische Aussage. Das ist ein Plädoyer für Hörbücher!

 

Das war ja quasi dein erstes Lebenszeichen seit deinem Sommerinterview. Und das war auch nur auf Sat1Bayern. Sat1Bayern! Ist das überhaupt echtes Fernsehen? Oder nur Radio mit Bild? Und was hast im Sommerinterview gesagt?

 

Fracking gehört verboten. Hubert, Fracking ist doch in Bayern kein Thema. Geh mal raus auf die Straße und frag die Leut, was Fracking ist. Da sagen die wahrscheinlich: Fracking, das ist ein Vorort von Kiefersfelden.

 

Apropos Kiefersfelden: CSU-General Andreas Scheuer ist Bayerns Mann für das Thema Flüchtlinge. Was ist sein Standardsatz in den Talkshows: 

Lampedusa darf kein Vorort von Kiefersfelden werden!

 

Wenns um eine moderate Formulierung geht, ist der Scheuer Andi sofort zur Stelle. Drum durfte er im Dezember sogar die Weihnachtsbotschaft der CSU präsentieren. Wie hat er gesagt: Wir von der CSU wollen die Ausländer anhalten, in der Öffentlichkeit und zu Hause nur noch Deutsch zu sprechen.

 

Gab dann viel Ärger. Einen Tag später ist er bissl zurückgerudert. Da hat er gesagt: Jaaa, eigentlich wollen wir die Ausländer nur anhalten. 

Es täte ihm leid, dass das draußen so verstanden wurde wie er es gemeint hat.

 

Eigentlich wollte er mit dieser provokanten These lediglich zwischen den Zeilen den Niederbayern und Oberpfälzern ans Herz legen, es zumindest mal ab und zu mit der deutschen Sprache zu versuchen. 

Kreativ ist er, unser Scheuer.

 

Kreativität hat Bayern auch bei der Unterbringung der Flüchtlinge bewiesen.

Ministerpräsident Seehofer hat schnell eine Task Force gegründet. 

Vorwurf aus der Opposition: Da wird nur heiße Luft produziert. Nicht so sehr Task Force, sondern eher Task Schoas.

 

In München kam es dann auch zu einem Hungerstreik in einem Lager. Als die Polizei anrückte, sind die Flüchtlinge auf die Bäume rauf. Da wurde es dramatisch. Gut, einige Politiker haben es eher pragmatisch gesehen. Die haben gesagt: Hunger haben sie schon. Kalt wird es auch. 

Irgendwann plumpsen die schon runter.

 

Wie aber wirklich Willkommenskultur in Bayern aussieht, hat in dieser Situation Sozialministerin Emilia Müller bewiesen. Sie ist hin, hat raufgeschaut zu den Flüchtlingen auf den Bäumen. Und dann hat sie

gesagt: We in Bavaria don´t climb on trees. Da waren die Flüchtlinge so perplex, dass sie fast runtergeplumpst sind.

 

Auf die Bäume rauf muss der Söder schon lang nimmer. Er ist ganz oben angelangt. Söder ist zum multiplen Allrounder mutiert. Er ist Finanzminister, Heimatminister, Fernostbeauftragter und nordbayerischer MP. Bei der einjährigen Feier des Heimatministeriums hat Söder daher treffend gesagt:

 

"Im Grunde genommen sind wir einzigartig". Drum kann ich abschließend mit dem Brustton der Überzeugung sagen: Markus Söder ist der Richtige. 

Aber ich habe keine Ahnung, wofür.

 

 

 

 

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