Maibockanstich 2016 im Hofbräuhaus

v.li. Markus Söder, Michael Möller

Der 1614 erstmalig gebraute Hofbräu Maibock ist das älteste Bockbier Münchens. Seitdem wird die Starkbierspezialität jedes Jahr im Frühling streng nach dem Reinheitsgebot frisch gebraut. Der Hofbräu Maibock hat eine Stammwürze von über 16 Prozent und einen Alkoholgehalt von ca. 7,2 Volumenprozent. 

 

Rechtzeitig zum Wonnemonat Mai wird der Hofbräu Maibock in der letzten Aprilwoche traditionell im bekanntesten Wirtshaus der Welt, dem Hofbräuhaus am Platzl, angezapft.

 

Zu diesem gesellschaftlichen Ereignis kamen am 27. April 2016 siebenhundert  Gäste aus Politik und  Wirtschaft in den festlich geschmückten Festsaal des Hofbräuhauses. Begleitet von der Kapelle Josef Menzel, zogen Finanzminister Markus Söder (CSU) und Hofbräu-Chef  Michael Möller unter lautem Beifall in den Festsaal ein. 

 

Möller lobte in seiner Begrüßungsrede „das nicht nur bei HB Fans beliebte, 412 Jahre alte Starkbier, den Hofbräu-Maibock“.

 

Traditionell verleiht der Hofbräu-Chef  beim Maibockanstich den  „Große Hofbräu-Humpen“. Dieses Jahr an Weijia Chen für „sein außerordentliches Engagement, mit dem er die Marke  Hofbräu München in Südchina bekannt und stark gemacht hat“ und an Dongmin „Freeman“ Tang für „seinen enormen finanziellen und persönlichen Einsatz bei der Organisation von Oktoberfesten in China und der Vermarktung unserer Biere.“

 

Die anschließende Begrüßungsrede von Söder war dieses Jahr besonders bissig. Söder: „Da starte ich mal mit einer Quizfrage: Was haben George Clooney und Horst Seehofer gemeinsam? Ganz einfach: Beide sind eingeladen und beide haben abgesagt. Warum? Weil Sie mit Dreharbeiten beschäftigt sind. Clooney dreht einen Film und der Horst dreht am Rad – am großen Rad der Weltpolitik natürlich.“  

 

Zu seiner Rolle als Kronprinz: „Horst Seehofer hat ja alle zu Kronprinzen gemacht, ich glaub sogar den Hausmeister der Staatskanzlei.“  Dann teilte er aus: Margarete Bause und Toni Hofreiter (Grüne) hätten die „absolut ultimative Öko-Frisur“. Söder: „Hofreiter sieht aus wie ein veganischer Wolpertinger und Frau Bause wie ein elektrisierter Wellensittich“. Sein „Freund“ Alexander Dobrindt, das „Lagerfeld Model der CSU“ trage regelmäßig „elegante Petrocelli-Gedächtnis Sakkos“ und sei der „sexiest Maut alive“.

 

Zur Bayern SPD: „ Die SPD in Bayern ist ja nun wirklich eine Kindergartengruppe. Dort sitzen Flori und Rindi. Die haben sich bestimmt schon im Kindergarten beschwert, dass der Kakao zu kalt sei.“ Bei Umfragen habe die SPD „mittlerweile ungefähr die gleichen Werte wie die Stammwürze vom Maibock“.

 

Unterstützt durch Michael Möller, zapfte Söder danach mit zwei Schlägen das erste Fass an. Im begehrten Sammlerobjekt, dem HB Maibock-Krug, durfte nun endlich der süffige HB-Maibock probiert werden. 

 

Die Gäste waren alle in freudiger Erwartung auf das „Derblecken“ von Django Asül. Django Asül, niederbayrisch-türkischer Kabarettist  mit unverwechselbar niederbayerischem Akzent,  legte sofort richtig los:

 

Dieses Jahr feiere man nicht nur 500 Jahre Reinheitsgebot, sondern auch 125 Jahre St. Bernhard-Klub. Django: „Das ist ein Bernhardinerverein, wo der Markus neuerdings der Schirmherr ist. Ich wollte immer schon einen Bernhardiner, hat der Markus der Presse gesagt. Gekauft hat er sich dann einen Mini-Dobermann. Er wollte also was Großes und am Ende wurde es was Kleines. Hoffentlich hat das keinen Symbolcharakter.“

 

Söder entspräche „dem Typus Politiker, der andere gern mitnimmt, wenn auch nur im Schwitzkasten“.  Django: „Neulich bekam er eine Auszeichnung in der Rhön: Franke mit Rückgrat. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er dazu: Stimmt. Von dieser schonungslosen Objektivität sich selbst gegenüber kann sich Angela Merkel eine große Scheibe abschneiden.“

 

Zu den Grenzkontrollen zwischen Bayern und Österreich, die de Maiziere wieder aufheben will:  „Was bitte geht die bayrische-österreichische Grenze den deutschen Innenminister an?“

In der neuen CSU-Zentrale würden sich „ die Asylanträge von CDU-Mitgliedern stapeln“. Django: „ So eine politische Vertreibungswelle hat Deutschland schon lange nicht mehr erlebt. Da kommen gewaltige Integrationsaufgaben auf Bayern zu. Millionen von Deutschen werden sich auf den Weg nach Bayern machen“.

 

Auch die Oppositions-Führer Markus Rinderspacher kriegt sein Fett weg:  „Die bayrische SPD wollte natürlich auch mitmischen bei der Flüchtlingstombola. Bei der Klausurtagung im Januar rief der Rinderspacher bei der Pressekonferenz: Das ist die Stunde der SPD! Gut, die Stunde war dann auch schnell rum.“

 

Von den Medien sei der Vorwurf bekommen, dass die Frauen im bayerischen  Kabinett  „quasi unsichtbar sind“. Django: „Das sieht das Volk ähnlich. Auf die Frage Nennen Sie eine bayrische Ministerin antworteten 27 Prozent mit der Gegenfrage: Dürfen Frauen in Bayern Minister werden? 34 Prozent antworteten: Uschi Glas. 39 Prozent meinten: Anton Hofreiter.“

 

Innenminister Joachim Herrmann nennt er den „Vorsitzenden vom Roberto Blanco-Fanclub“,  Angela Merkel mache aus „der MS Europa eine Titanic“.

 

Das BAMF,  Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, sei mitarbeitermäßig optimal aufgestellt: „Für den Fall, dass pro Woche maximal ein Asylbewerber auftaucht. Und der stellt dann seinen Antrag in fließendem Deutsch. Und kann aufgrund seines abgeschlossenen Jurastudiums den BAMF-Kollegen wunderbar unterstützen beim Ausfüllen der Formulare.“

 

Den Landstrich zwischen Passau und Freilassing, nennt der den „bayrischen Gazastreifen“. Django: „Das Problem ist nur: Wenn die Flüchtlinge nicht wollen, müssen sie sich nicht registrieren lassen. Man weiß also nicht, wie viele von denen sich im Lande aufhalten. Da schwanken die Schätzungen. Die Grünen schätzen: 11, maximal 13. Eher konservative Kreise schätzen ungefähr 6,7 Millionen. Die sagen, das ist so ein Erfahrungswert: Wenn was in Deutschland verschwindet, sind es in der Regel 6,7 Millionen.“

 

Im  Anschluss wurde das eigens vom Küchenchef des Hofbräuhauses kreierte Maibock-Menü serviert: 

 

- Bayerische Fischsuppe mit dreierlei Fisch

- Resches Spanferkel-Schäuferl mit Bockbiersoße, glasiertem Spitzkohl und 
  Breznknödelscheiben

- Dessertbuffet

 

 Ob die Rede von Django Asül einigen Anwesenden auf den Magen geschlagen hat, war nicht ersichtlich. Allen hat das Menu offensichtlich gemundet und auch das  HB-Dessert Büfett war ständig umlagert. 

 

 

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