Söder beim Keferloher Montag 2016

Markus Söder, Foto: Heinz Hoffmann

Ein Wir-schaffen-das reicht nicht. Es braucht ein Wir-ändern-das

Die Blütezeit des Keferloher Montages war  im 17. und 18. Jahrhundert ein Bauernfeiertag. Die Besucher waren mehrere Tage unterwegs, um den Markt mit einem der berühmtesten Viehmärkte für Schweine und Pferde in Bayern zu besuchen.

 

Traditionell tritt auf dem „Keferloher Montag“ jedes Jahr ein (meist bayerischer) Politiker als Festredner auf. Am 5. September 2016 sind mehr als 2000 Gäste in das Festzelt von Wiesnwirt Lorenz Stiftl gekommen, um den bayerischen Finanzminister Minister Markus Söder zu hören.  Empfangen wurde er mit dem Bayerischen Defiliermarsch und einer frischen Maß Augustiner  in einem roten Keferloher Steinkrug des Landkreises München. Ein Gast:  „Aha, ein roter Keferloher für den schwarzen Söder“.

 

Seinen Einzug ins Festzelt mit dem Bayerischen Defiliermarsch bezeichnet Söder in seiner Begrüßung als Formfehler, da dieser “ja ausschließlich dem Ministerpräsidenten zustehen würde“. Er könne aber „emotional damit umgehen“.  Zum  Grasbrunner SPD-Bürgermeister Klaus Korneder, der bei seiner Begrüßung sagte,  er werde wohl kaum an jeder Stelle von Söders Rede lachen können, gewandt:  "Sie sollen auch nicht lachen, sie sollen zuhören. Vielleicht hilft's was."  

 

Söder spricht klare Worte zur Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik. Der Islam gehöre kulturgeschichtlich nicht zu Deutschland.  Eine Burka dürfe man überall in der Welt tragen, aber „man muss es aber nicht bei uns tun“  so Söder.

 

Bayern sei ein tolerantes Land, aber die Verfassung müsse gelebt werden. Söder: „Wir wollen kein anderes Land werden und unsere Werte behalten. Wenn wir in einigen Städten ‚no go areas‘ zulassen, dann lassen wir Inseln des rechtsfreien Raumes in unserem Land zu“.  Zu den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln:  „Wer vor Gewalt flieht, in einem neuen Land den Frieden angeboten bekommt, diesen Frieden so beantwortet, dass er wieder Gewalt anwendet, hat in unserem Land keine Zukunft.“  Sein ausdrücklicher Dank gebühre den Sicherheitskräften in Bayern: „Wir sind dankbar und stolz für solche Sicherheitskräfte.“

 

Bayern habe der Zuzug von Flüchtlingen in den letzten zwei Jahren  Milliarden Euro gekostet. Die bayerische Staatsregierung werde „mit  Geduld und Konstanz“ darauf hinarbeiten, dass sich etwas ändert. Söder: "Ein Wir-schaffen-das reicht nicht. Es braucht ein Wir-ändern-das."   

 

Auch die Visafreiheit für die Türkei würde nichts verbessern, sondern neue Probleme nach Deutschland importieren. Söder: „Totale Öffnung heißt nichts anderes, als dass wir einen anderen Zuzug bekommen, nämlich nicht mit dem Schiff sondern mit dem Flugzeug.“

 

Mit seinen Worten trifft  Söder den Nerv seiner Zuhörer, immer wieder gibt es kräftigen Applaus und beifälliges Nicken.

 

Für den Bürgermeister von Grassbrunn gibt es anschließend noch eine Überraschung: Söder, als oberster Chef der bayerischen Vermessungsverwaltung, überreicht ihm eine Tafel, die beweist, dass Grasbrunn der Mittelpunkt von Oberbayern ist. Die „Freunde Keferlohs“ bedanken sich bei Söder mit einer XXL-Kuhglocke.

 

Als Söder nach 45 Minuten die Bühne verlässt, schüttelt ein älterer Herr ihm die Hand und sagt:  „Sie haben mir aus der Seele gesprochen, Herr Minister.“

 

Fotos:  Heinz Hoffmann

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