Gutes Jahr für das Bayerische Bier

Der Freistaat Bayern feiert 2018 sein 100-jähriges Bestehen. Dem Jubiläum ist eine Bayerische Landesausstellung im Kloster Ettal (Ammergauer Alpen) gewidmet: „Wald, Gebirg und Königstraum - Mythos Bayern“ (3. Mai bis 4. November 2018). Dieser Mythos ist aber mehr als Wald, Berge und König Ludwig II mit seinen Märchenschlössern. Weltberühmt ist auch das Bayerische Bier.

 

Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes und Inhaber der privaten Weißbierbrauerei G. Schneider und Söhne in Kelheim, bei der Jahrespressekonferenz in München: „Wir leben in Bayern im Vorgarten zum Paradies“. Schneider bezeichnete 2017 als ein „gutes Jahr aus der Sicht des Bayerischen Bieres“.

 

Auf Bundesebene sei der Bierabsatz allerdings deutlich zurückgegangen. Nach China, USA, Brasilien und Mexiko ist Deutschland von Rang 3 und auf Rang 5 der bierproduzierenden Länder zurückgefallen. In Bayern konnte der Gesamt-Bierabsatz im In- und Ausland um 1,3 % auf 23,8 Millionen Hektoliter und die Exportmenge sogar um 5,8 %, auf insgesamt 5,2 Millionen Hektoliter gesteigert werden. Schneider: „Wir exportieren mit Bayerischem Bier auch ein Stück bayerisches Lebensgefühl! Bayerisches Bier ist Teil des kulinarischen Erbes Europas“.

 

Seit 2001 steht die Bezeichnung „Bayerisches Bier g.g.A.“ unter Herkunftsschutz. „Nun erwarten wir von der EU auch die konsequente Ausdehnung und Verteidigung dieses Schutzes im Rahmen von Freihandelsabkommen, damit er in den aktuell schnell wachsenden Märkten nicht zum Muster ohne Wert wird.“ so Schneider. Die weltweit hohe Anerkennung von „Bayerisches Bier“ und die Exklusivität bayerischer Bierspezialitäten könne nur glaubhaft erhalten werde, wenn auch „Bayern drin ist, wo Bayern als Herkunftsbezeichnung drauf steht“. Nach Kanada würde nun auch Mexiko, im Zuge von Freihandelsabkommen, den Versuch unternehmen, die geschützte Bezeichnung unter dem vagen Verweis auf Ähnlichkeit mit (angeblich) in Mexiko registrierten Marken als bloße Gattungsbezeichnung darzustellen, erklärt Schneider. Ein „Bavarian Wheet Beer“ wäre damit für jedermann ebenso herstellbar wie ein „Bavarian Helles“ oder „Lager“.

 

Ein Problem sei auch der unveränderte hohe Wettbewerbsdruck und der Verdrängungswettbewerb im Biermarkt, der mit niedrigen Preisen ausgetragen wird. Im Einzelhandel tobe ein Preiskampf bei dem Markenbiere zu Preisen wie vor 20 Jahren verkauft werden. Knapp 72% der im deutschen Einzelhandel abverkauften nationalen Pilsmarken würden „zu Sonderangebotspreisen verschleudert!“.

 

Auch warnte Schneider vor einer Überregulierung bei der Alkoholmissbrauchsbekämpfung. Hier setze die Branche seit Jahren auf verhaltenspräventive, aufklärende Maßnahmen, deren positive Wirkung durch sinkenden Alkoholmissbrauch insbesondere bei Kinder und Jugendlichen eindrucksvoll belegt werden könne. Er erteilte weiteren Verboten und Einschränkungen eine klare Absage: „Wir sagen ja zur zwingenden Einhaltung jugendschutzrechtlicher Bestimmungen im Zusammenhang mit dem Vertrieb alkoholhaltiger Getränke. Ein klares Nein zu jeglichem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft oder alkoholisierter Teilnahme am Straßenverkehr.“ Er betont, dass man „Stammtisch-Parolen und populistische Maßnahmen“ ablehne.

 

Nun hoffen alle auf einen guten, langen und warmen Sommer mit vielen lauen Biergartenabenden und eine spannende Fußball-Weltmeisterschaft. Wenn es Deutschland ins Endspiel schafft, würde dies den Bierumsatz natürlich ankurbeln.

 

Fotos: Heinz Hoffmann

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