Markus Söder und Michael Möller beim Maibockanstich 2017
Markus Söder und Michael Möller beim Maibockanstich 2017

Hofbräu Maibockanstich 2017

v.li. Django Asül, Markus Söder, Foto: Heinz Hoffmann

Rechtzeitig zum Wonnemonat Mai wird der Hofbräu Maibock in der letzten Aprilwoche traditionell im bekanntesten Wirtshaus der Welt, dem Hofbräuhaus am Platzl, angezapft. Die Ehre des Anzapfens hat jedes Jahr der oberste Chef des Staatlichen Hofbräuhauses, der Bayerische Finanzminister Markus Söder. 

 

Zu diesem gesellschaftlichen Ereignis kamen am 27. April 2017 über 600 Gäste aus Politik und Wirtschaft in den festlich geschmückten Festsaal des Hofbräuhauses. Begleitet von den Klängen des Erzherzog-Albrecht Marsch zogen der bayerische Finanzminister Markus Söder mit Ehefrau Karin und Hofbräu-Direktor Michael Möller mit Ehefrau Irmgard, in den Festsaal ein.

 

Möller begrüßte die Gäste und versprach den Gästen einen besonderen Genuss, da die Braumeister wieder einen süffigen Maibock gebraut hätten.  

 

Danach hieß es Bühne frei  den Hausherrn,  Markus Söder:   "Das ist mein sechster Maibock als Finanzminister. Manch ein Journalist hat ja gemunkelt, es könnte mein letzter sein.“ Er kündigt einen „ernsten Söder“ an, der „weitermachen darf, weil er weitermacht“. Söder: „Meine zeitliche Perspektive ist deutlich schlechter als die von Prinz Charles."


Er habe eine schriftliche Anfrage an die Staatskanzlei gestellt.  Antwort der Staatskanzlei: „Ein Franke wird erst dann Ministerpräsident, wenn der Club deutscher Meister wird, also nie.“

 

Deshalb wolle er sich auf das Kerngeschäft, nämlich Förderbescheide konzentrieren. Söder: "Sie können mich auch mieten. Unter dem Motto *Rent a Förderbescheid' komme ich sogar nach Hause. Ich vermesse auch den Mittelpunkt, sogar im Garten. Ich erstelle geodätische Referenzpunkte, überall, wo gewünscht. Ich suche Hunde, Katzen und Goldfische heim. Und ich mache Selfies, mit Widmung, falls gewünscht."

 

Im Gegensatz zu seinen Reden in den letzten Jahren, ging mit seinen Parteifreunden erstaunlich zahm um.  Die Opposition bekam einige Seitenhiebe ab.  Zu Claudia Stamm, die aus der Grünen Partei ausgetreten ist: "Claudia Stamm hat die DHP gegründet - die Desperate Housewife Partei."  Über  Natascha Kohnen, Generalsekretärin der Bayern-SPD: "Sie tritt ungefähr gegen 30 Leute an - also so viele, wie die SPD aktive Mitglieder hat." Ob Florian Pronold (Landesvorsitzender Bayern SPD) wirklich zurücktrete, bliebe abzuwarten, denn „Rücktritt vom Rücktritt ist diese Woche in Mode“ so Söder.

 

Die Gäste waren alle in freudiger Erwartung auf das „Derblecken“ von Django Asül, der dieses Jahr sein 10jähriges Jubiläum als Maibock-Redner feiert. Django Asül, niederbayrisch-türkischer Kabarettist  mit unverwechselbar niederbayerischem Akzent  legte sofort richtig los:

 

 Auszüge aus der Rede:   (für die komplette Rede von Django Asül hier klicken):

Hab vorhin mit Seehofer telefoniert. Er hat mir extra aufgetragen: Ich soll euch herzliche Grüße von seinem Nachfolger ausrichten. Der Horst hatte ja im Januar 2015 versprochen, dass er 2018 nicht mehr kandidiert. Er hat Wort gehalten. Er wird nicht selber kandidieren. Er lässt sich von der CSU kandidieren.

 

Wo andere eine romantische Ader haben, hat der Markus ein WLAN-Kabel. Apropos WLAN-Kabel: Der Markus ist offiziell 1cm größer als der Horst. Drum bleibt ihm ab und zu gar nichts anderes über als auf seinen Chef herabzublicken.

 

Russland liegt dem Horst (Seehofer, bayerischer Ministerpräsident, Anm. der Redaktion) besonders am Herzen. Weil Putin über Angela Merkel eine ähnliche Meinung hat wie der Horst. Drum nennt der Horst die Russen ja nicht Russen, sondern liebevoll unsere Wolga-Franken.

 

Und der Ober-Guerillero ist der Beppi Schmid (2. Bürgermeister, Anm. der Redaktion). Wenns gegen den Oberbürgermeister Reiter geht, macht der Beppi aus dem Oktoberfest eine Oktoberrevolution. Der Beppi wollte den Bierpreis auf der Wiesn deckeln. Und der Reiter wollte dem Beppi deswegen eins auf den Deckel geben. Auf einmal machten Fakenews die Runde. Die Oktoberfestwirte haben gesagt: Habt ihr es schon gehört? Der Beppi Schmid will höhere Preise für Bierdeckel!
 

Integrationskurse sollen Pflicht werden. Das wurde auch höchste Zeit, dass die CSU da mal sauber auf den Tisch haut. Ich hab selber neulich leider mitansehen müssen, wie ein Preiss im Wirtshaus seine Weißwurst mit scharfem Senf gegessen hat. Da war ich selber kurz davor, eine Obergrenze für Preissn in Bayern zu fordern.
 

Ich habe zum Michael Möller schon gesagt: Michael, solange der Markus als Finanzminister der Gastgeber ist, bin ich auch dabei. Ich mache also die 20 voll. Du hast meine ehrliche Unterstützung. Und auch der Seehofer sagt: Du bist als Finanzminister unverzichtbar. Und zwar so unverzichtbar, dass du als Ministerpräsident glatt verzichtbar bist.

 

Fotos: Ingeborg und Heinz Hoffmann

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