Magische Kirchweih im Asamschlössl

Die „Allerweltskirta“, das allgemeine Kirchweihfest im Oktober, auch Kirta, Kerwa oder Kirbe genannt, gibt es seit dem Jahr 1868. Früher war es üblich, dass eine Kirchweih am tatsächlichen Jahrestag der Kirchenweihe gefeiert wurde.

 

Die bayerischen Bistümer und Erzbistümer haben im Jahr 1866 einen Erlass eingeführt, dass das Weihegedenken sämtlicher bayerischer Kirchen am dritten Sonntag im Oktober gefeiert wird. Das traditionelle Highlight zur Kirchweih in Bayern ist der Gänsebraten mit Rotkraut und Kartoffelknödel.

 

 Auch im historischen Asamschlössl wird zur Kirchweih dieser Klassiker serviert.

Das Asam-Schlössl blickt auf eine lange Geschichte zurück, war es doch vor über 250 Jahren der Landsitz des kurfürstlichen Hofmalers Cosmas Damian Asam. Die Augustiner Bräu hatte es 1992 gekauft und nach aufwändiger Restaurierung zu einem gastronomischen Kleinod umgestaltet.

 

Im Jahr 1993 übernahm die Münchner Wirtin Birgit Netzle die historische, weit über die Grenzen Bayerns bekannte, Gastwirtschaft. Netzle ist nicht nur Wirtin mit Leib und Seele, sie ist auch kulturell sehr engagiert. Im Barocksaal des Schlössl findet regelmäßig der „Kultursalon“ statt, den Netzle mit viel Herzblut betreibt.  Ausgestattet mit Freskomalerei, Lüster, Empore und Schimmel-Flügel ist der Saal die perfekte Location für klassische Konzerte und musikalische Lesungen.

 

Am 20. Oktober hatte Birgit Netze zu einem „zauberhaften Kirchweihsonntag“, der „Magischen Kirchweih“ eingeladen. In einer 90-minütigen Show hat Fanny Bimslechner, alias Kornelia Weiland, über 80 Gäste im Barocksaal in den Bann gezogen, musikalisch virtuos unterstützt von Leonhard Wimmer an der Zither.

 

Die bayerische Magierin aus Solln verbindet Dirndl und Dialekt mit Zauberei und hatte sich bei Deutschen Meisterschaft der Zauberkunst (Magica) auf den dritten Platz gezaubert. Eigentlich ist sie Bankkauffrau, hat aber bei der Deutschen Zauberakademie in Pullach während einer zweijährigen Ausbildung alle Tricks und Kniffe der Zauberkunst gelernt. Sie beherrscht nicht nur verblüffende Zauberkunst, sondern auch die alte Kunst des magischen Erzählens.

 

Besonders berührt hat die Gäste die Geschichte vom „Gläsernen Herz“. Ein Märchen von einem bösen, alten Mann, der in einer kalten Winternacht einer alten Frau den Einlass verwehrte, und so sein Herz zu gefühllosem Glas wurde. In dem Rahmen mit dem 'Gläsernen Herz“ wird unter die Herzform, auf beiden Seiten, je ein Herz aus rotem Buntpapier geschoben, die Herzen zweier Liebenden. Anschließend werden die Herzen in der Mitte mit einem Pfeil durchbohrt, auch das Herz aus Glas. Der Pfeil wird wieder heraus gezogen...die beiden Papierherzen werden entfernt, man erkennt deutlich die Löcher darin. Das Herz aus Glas allerdings ist völlig unversehrt!! 

 

Die Gäste bedankten sich mit begeistertem und lang anhaltendem Beifall.

 

Beim anschließenden Kirchweih Essen in den historischen Gasträumen wurde noch lange über die Zaubertricks von Fanny Bimslechner gerätselt. Mit gerätselt hat auch Karl Dersch, Ex-Daimler- und Dasa-Manager und einst bester Freund von Franz Josef Strauß.

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