Bierpapst Ludwig Narziß auf der Wiesn

v.li. Prof. Thomas Becker, Dr. Michael Müller, Dr. Mathias Hutzler, Prof. Werner Back, Prof. Ludwig Narziß, Dr. Fritz Jakob, Harald Stückle, Foto: Heinz Hoffmann

Gutes Bier zu brauen ist eine Kunst und Wissenschaft für sich. Das Reinheitsgebot schreibt vor, dass Bier in Bayern nur aus vier Zutaten bestehen darf: (Gersten-)Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. Die Braumeister müssen aber genau wissen was mit den Zutaten unter welchen Bedingungen passiert. Einer der es ganz genau weiß, ist der emeritierte „Bierpapst“ Professor Ludwig Narziß, einer der renommiertesten Bier-Experten Deutschlands, der am 30. September 2015 neunzig Jahre alt wird.

 

Er ist nicht nur ein Phänomen an Vitalität und ein sehr sympathischer Mann, sondern auch der Guru der Brauer. Narziß ist ein in der ganzen Welt bekannter, anerkannter Mentor seines Faches und hat viele Standardwerke über das Brauwesen verfasst. Sein 700 Seiten umfassendes Werk „ Abriss der Bierbrauerei“  ist das Standardwerk für Studenten.

 

International bekannt ist auch Weihenstephan, Geburtsort der ersten deutschen Universität für das Brauwesen. Im Jahre 725 gründete der heilige Korbinian auf dem Nährberg bei Freising ein Benediktinerkloster und damit die Braukunst in Weihenstephan. Studenten aus aller Welt kommen hierher, um alles über den perfekten Gerstensaft zu lernen.

 

Auf Einladung von Geschäftsführer Harald Stückle (Spaten-Franziskaner Bräu GmbH) und Braumeister Dr. Michael Müller (Löwenbräu) hat sich am 25. September in der Ochsenbraterei der „Weihenstephan Stammtisch“ getroffen, Professoren, Braumeister, Ingenieure und Studenten, die für Spaten und Löwenbräu arbeiten.

 

Dabei auch Professor Ludwig Narziss, der offensichtlich großen Spaß beim Wiesnbesuch hatte. Narziss meinte, dass es „wichtig sei, die, von zunächst uniformen Bieren, etwas ermüdete Bevölkerung aufzurütteln, interessiert am Bier zu machen und  auf die Vielfalt der deutschen Biere hinzuweisen“. Die zu neutralen Biere sollten in einer vorsichtigen Evolution wieder „typischer“ werden. In der Brau-Technologie habe sich in den  letzten 50-70 Jahren durch intensive Grundlagenforschung  sehr viel verändert, so Narziß. Das Wasser sei natürlich nach wie vor ein großer Einflussfaktor, aber auch Neuzüchtungen bei Gerste und Hopfen haben in den letzten Jahren den Biergeschmack beeinflusst. Er selbst trinkt alle Biersorten gerne, bevorzugt aber mehr „die hopfigen Sorten“.

 

Wünschen wir ihm noch viele Jahre, um die Vielfalt der deutschen Biere zu probieren.

Fotos: Heinz Hoffmann

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