München, 20. Juni 2026 – Bei hochsommerlichen Temperaturen verwandelte sich der Marienplatz wieder in das Herz der Münchner Bierkultur. Die sechs Münchner Traditionsbrauereien luden zum Münchner Brauertag 2026 ein und feierten gemeinsam mit tausenden Besuchern eine jahrhundertealte Tradition.
32 Jungbrauer erfolgreich freigesprochen
Höhepunkt des Festtages war die feierliche Freisprechung von 32 Jungbrauerinnen und Jungbrauern der Jahrgänge 2025 und 2026.
Bereits am Morgen versammelten sich die angehenden Brauerinnen und Brauer auf dem Marienplatz. Dort wurden die historischen Zunftaltertümer präsentiert, darunter die Brauerfahne, die Zunftlade und die traditionelle Ferula, das hölzerne Zunftzeichen der Brauer. Anschließend zog der Festzug zur Peterskirche, wo ein feierlicher Gottesdienst stattfand.
Nach dem Gottesdienst bewegte sich ein farbenprächtiger Festzug durch die Münchner Innenstadt. Angeführt vom Münchner Kindl Sina Hochreiter, begleitet von Gebirgsschützen, Trachtengruppen, Musikvereinen und den festlich geschmückten Brauereigespannen der sechs Münchner Traditionsbrauereien, zog die beeindruckende Prozession über Tal, Viktualienmarkt, Rosental und Rindermarkt zurück zum Marienplatz.
Dort warteten bereits zahlreiche Besucher auf den Höhepunkt des Brauertages: die traditionelle Freischlagung der Jungbrauerinnen und Jungbrauer. Stellvertretend für die Landeshauptstadt nahm Christian Scharpff vom Referat für Arbeit und Wirtschaft die Zeremonie vor. Mit der hölzernen Ferula berührte er die Schultern der Absolventinnen und Absolventen – ein symbolischer Akt, der seit Jahrhunderten die erfolgreiche Beendigung der Lehrzeit besiegelt und die Wertschätzung für das Brauerhandwerk zum Ausdruck bringt.
Ausgezeichnet wurden auch die besten Nachwuchsbrauer Münchens. Den ersten Platz belegte Benedict Hilaire von Spaten. Auf den weiteren Plätzen folgten Rebecca Streicher von Augustiner und Rebecca Stüttem von Paulaner.
Im Anschluss erneuerten die Braumeister und Geschäftsführer der Münchner Traditionsbrauereien öffentlich ihren Eid auf das Münchner Reinheitsgebot von 1487. Das älteste bekannte Lebensmittelgesetz der Welt bildet bis heute die Grundlage für die Herstellung des Münchner Bieres und steht für Qualität, Tradition und handwerkliche Braukunst.
Für beste Unterhaltung sorgten den ganzen Tag über die Münchner Schäffler mit ihrem traditionellen Tanz, verschiedene Musikgruppen, Schuhplattler, Goaßlschnoizer und Trachtenvereine. Die Besucher konnten außerdem die prachtvollen Pferdegespanne der Brauereien bewundern, die zu den beliebtesten Fotomotiven des Tages gehörten.
Ein besonderes Geschenk machten die Brauereien den Münchnerinnen, Münchnern und den Gästen der Stadt mit der Ausschankaktion von insgesamt 3.000 Litern Freibier auf dem Marienplatz. Unter dem Motto „Ein Prosit auf die Stadt“ wurde gemeinsam auf die Münchner Bierkultur angestoßen.
Auch zahlreiche Münchner Innenstadtwirte beteiligten sich am Brauertag mit der Sonderaktion „Sechs Richtige“. Gäste erhielten beim Kauf von fünf Halben Bier eine sechste Halbe gratis sowie einen limitierten Aktionskrug der Münchner Traditionsbrauereien, solange der Vorrat reichte.
Der Münchner Brauertag findet alle zwei Jahre statt und erinnert an die tiefe Verbundenheit zwischen München und seinem weltberühmten Bier. Der Verein Münchener Brauereien e.V., gegründet im Jahr 1871 und damit der älteste noch bestehende eingetragene Verein Münchens, bewahrt mit dieser Veranstaltung nicht nur eine jahrhundertealte Tradition, sondern zeigt eindrucksvoll, dass Bierkultur, Brauchtum und Münchner Lebensart auch heute lebendiger denn je sind.
Fotos: Ingeborg Hoffmann