Kugler Alm Oberhaching

Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen wurde am 3. Juni 2018, nach fast drei Jahren Umbauzeit, die Kugler Alm in Oberhaching neu eröffnet.

 

Seit 1996 führt Wirtin Antje Schneider die Wirtschaft mit Biergarten vor den Toren Münchens. Ihr Vater, der verstorbene Hermann Haberl, war einer der größten Gastronomen Münchens und gemeinsam mit Frau Anneliese Wirt der Ochsenbraterei auf der Wiesn. 

 

Ganz neu ist das Wirtshaus, das den Namen „Franz Xaver“ trägt. Mit viel Liebe zum Detail wurde es neugestaltet. Warme Holz Töne an Wänden und Decken, farbenfrohe Bezüge und Sitzkissen und ein Kachelofen sorgen für Gemütlichkeit. Sowohl das ehemalige Stüberl und viele liebevoll arrangierte

 

Dekorationselemente stammen aus dem Privathaus der Haberls.  Ein besonderer Mittelpunkt ist die Front des ehemaligen Kamins der Haberls. Hier wurden die Stationen der Haberl Gastronomie verewigt. Ein Herzl, Eifelturm, Bordeaux, die olympischen Ringe und an ganz oben die Ochsenbraterei.  

 

Im Wirtshaus finden sechzig Gäste Platz, weitere sechzig auf der schattigen Terrasse. Im Biergarten, der 2500 Plätze bietet, sitzt der Gründer, Franz Xaver Kugler, als lebensgroße Holzfigur. „Es war uns sehr wichtig, seinen Geist hier zu erhalten“, so Antje Schneider.

 

Mitten im Biergarten steht die Biergartenküche mit Schänke. Hier gibt es frisch gezapftes Spaten-Bier und nicht-alkoholische Getränke. Dazu beliebte Biergarten-Klassiker wie Spareribs, Hendl, Obazdn und Steckerlfisch.

 

In der Schmalznudel-Hüttn wird die Schmalznudel frisch ausgebacken, mit einem Haferl Kaffee ist die “Auszogne”der pure Genuss!

 

Auf dem großen Spielplatz mit Schaukel, Rutsche, Sandkasten und viel Platz zum Toben fühlen sich die kleinen Gäste wohl. Im Sommer gibt’s was ganz Besonderes: Jeden Samstag ab 13 Uhr findet auf der Spielwiese die KIDS Alm statt und jeden Sonntag ist bei schönem Wetter ab 12 Uhr Ponyreiten! 

 

 Im großen Gemüse- und Kräutergarten hinter dem Haus wachsen die frischen Zutaten für die Küche. Für die Wirtin ist es „besonders wichtig, dass die Gäste frische regionale und saisonale Küche erleben“. Unter der Woche gibt es täglich wechselnde Tagesgerichte zu familienfreundlichen Preisen. 

 

Antje Schneider in Ihrer Begrüßung am Eröffnungstag:

„Anfang der 90er Jahre war ich im Unternehmen meines Vaters für die Biergärten zuständig. Man kann sich vorstellen, dass das immer mal wieder Zündstoff zwischen uns gegeben hat. Hitzige Diskussionen folgten. Wenn ich meinem Vater dann zu viel geworden bin, dann hat er meine wortreichen Erklärungen öfter mal mit folgendem Satz beendet: „Du musst erst a moi a G’schäft aufbauen, dann siehst schon, was des alles bedeutet“.

 

Das war natürlich für Tochter Antje eine Herausforderung und so ist sie 1996 Wirtin von der Kugleralm geworden. Den Vertrag hat der damalige Spaten-Bräu-Chef, Dr. Jobst Kayser-Eichberg, mit ihr gemacht, bei dem sie sich bei der Eröffnung besonders bedankt hat: „Jobst, das ehrt mich wirklich sehr, dass Du da bist. Die Geschicke der Kugler Alm mit mir, als Wirtin, hast Du von Anfang an mit begleitet“.

 

Nach dem ökumenischen Gottesdienst im Biergarten, durchgeführt von den beiden Pfarrern Rüdiger Karmann (katholisch) und Karsten Schaller (evangelisch,) wurden die Räume feierlich gesegnet.

 

Bürgermeister Stefan Schelle, er war mit seiner Kapelle gekommen, überreichte Antje Schneider das Wappen von Oberhaching.

 

Für die Gäste gab es zur Feier der Eröffnung den Ochsen vom Originalgrill der Wiesn, natürlich auch die berühmte „Ochsensemmel“, erfunden von Hermann Haberl. Vom Ochsen „Bernhard (10,5 t schwer), waren am frühen Nachmittag nur noch die Knochen übrig.

 

Die Geschichte der Kugleralm reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Die Eisenbahnstrecke München-Holzkirchen wurde gebaut. Ein geschäftstüchtiger Streckenarbeiter, Franz Xaver Kugler, baute eine Bretterbude, um die durstigen Arbeiter mit Bier zu versorgen. Er nennt sie „Kantine der königlich-bayerischen Eisenbahn zu Deisenhofen“. 

 

Nach der Fertigstellung der zweiten Eisenbahnstrecke im Jahr 1897 nennt Franz Xaver Kugler seine Kantine um in „Waldrestaurant“. 1898 pachtet sich der jetzt 25- jährige Wirt ein ganz in der Nähe gelegenes Häuschen und richtet darin eine Gastwirtschaft ein.

 

Zwei Jahre später kauft sich Franz Xaver Kugler dieses Wirtshaus samt Grund und Boden und gibt ihr stolz den Namen „Kugler Alm“. Franz Xaver Kugler ließ einen Fahrradweg durch den Wald anlegen, damit die Münchner Ausflügler einen leichteren Weg hatten. Die Kugleralm wurde zum beliebten Ausflugsziel mit Karussells, Schiffschaukeln, Kegelbahnen, Musikkapellen mit Tanz unter freiem Himmel und sogar einer Galopprennbahn.

 

Die Legende berichtet, dass in der Kugler Alm die Radlermaß erfunden wurde: An einem Samstag im Juni 1922 fielen rund 13 000 Radfahrer in den Biergarten ein und Kugler drohte das Bier auszugehen. Da aber noch ausreichend Limonade vorhanden war, mischte er beides kurzerhand, und erklärte den Gästen, dass sie auf diese Weise nicht schwankend nach Hause fahren müssen. Über Nacht wurde die Radlermaß zum Modegetränk, das man auch in anderen Münchner Biergärten bestellen konnte. 

 

 

Fotos von der Eröffnung: Ingeborg und Heinz Hoffmann

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