v.l. Joachim Herrmann, Lorenz Stiftl, Rainer Maria Schießler, Christine Stiftl
Der Spöckmeier am Marienplatz ist weit über die Grenzen Münchens hinaus bekannt. Gegründet wurde das traditionsreiche Gasthaus bereits 1520 von Bierbrauer Hans Kern. Im Jahr 1687 erhielt es durch Michael Kern und seine Frau Katharina den Namen „Zum Spöckmeier“.
Lorenz Stiftl führte den Spöckmeier ab 2009 über zwölf Jahre. Nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten lag das Haus ab 2023 in der Verantwortung von Alexandra Schörghuber und ihren Kindern Ramona und Alexander. Seit dem 1. Juni 2025 ist das Traditionshaus wieder in den Händen von Lorenz und Christine Stiftl.
Gefeiert wurde dieses „Heimkommen“ am 20. Januar 2026 mit rund 150 Gästen, darunter Innenminister Joachim Herrmann (CSU), Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD), Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Dr.
Christian Scharpf (SPD), Stadträte aller Fraktionen, Paulaner-CEO Jörg Biebernick sowie zahlreiche Münchner Wirtekollegen.
Bürgermeisterin Verena Dietl: "„Als ich hörte, dass ihr den Spöckmeier wieder bekommt, dachte ich mir: Da kommt wieder zusammen, was zusammen gehört.“
Auch Paulaner-Chef Thomas Drossé betonte in seiner Begrüßungsrede, wie sehr sich die Brauerei über die Rückkehr von Lorenz Stiftl und seiner Frau freue.
Da bei allen Stiftl-Lokalen der geistliche Segen nicht fehlen darf, wurde auch der Spöckmeier von Pfarrer Rainer Maria Schießler gesegnet. Schießler:
„Lorenz sagt immer: Ohne meinen Pfarrer geht nichts.“
In seiner Ansprache griff Schießler das Thema „Heimkommen“ auf und erzählte die Geschichte vom biblischen König Xerxes zum Begriff Heimat: Für Xerxes bedeutete Heimat nicht ein einzelner Ort,
sondern vor allem das persische Großreich und seine kulturelle Identität. Eine Heimat für alle Münchner solle künftig auch der Spöckmeier sein.
Bevor Pfarrer Rainer Maria Schießler den Spöckmeier segnete, ließ er augenzwinkernd verlauten: Für die Einweihung des Paulaner-Festzeltes, das heuer erstmals von Lorenz und Christine Stiftl betrieben wird, sei „nicht der Papst, aber der Kardinal“ angekündigt.
Eine neue Rolle für OB-Kandidat Clemens Baumgärtner (CSU): Als „Ministrant auf Zeit“ durfte er bei der Segnung den Weihwasserkessel übernehmen.
Im Anschluss probierten die Gäste bayerische Schmankerl aus der neuen Spöckmeier-Küche, begleitet von frisch gezapftem Paulaner Bier.
Der Spöckmeier ist 365 Tage im Jahr geöffnet, verfügt über eine neue Bierglaskühlung und eine neue Speisekarte. Oberstes Gebot ist Qualität: Vieles stammt aus der eigenen Stiftl-Metzgerei, von
bayerischen Erzeugern und regionalen Verarbeitungsbetrieben.
Die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent soll gezielt für den Ausbau von Bio-Angeboten auf der Speisekarte verwendet werden.
Fotos: Ingeborg Hoffmann