Bräurosl Zelt auf der Wiesn ohne Familie Heide

Abschied von der Wiesn: Vier Generationen und genau 83 Jahre lang war die Planegger Familie Heide Gastgeber auf dem Oktoberfest. Heuer werden sich die Heides nicht mehr für den Betrieb des Hacker-Pschorr Festzelts „Bräurosl“ bewerben.

 

Bei der Pressekonferenz am 6. Juli hat Georg Heide sichtlich bewegt gemeinsam mit Tochter Daniela seinen Entschluss bekannt gegeben, sich von der Wiesn zu verabschieden. Die „letzte Entscheidung“ sei am 5. Juli gemeinsam mit Hacker-Boss Andreas Steinfatt getroffen worden.
 

Georg Heide, der schon seit 53 Jahren auf der Wiesn ist und gleich in drei Zelten zu Hause war, findet den Schritt traurig, aber notwendig. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber wir haben sie als Familie gemeinsam getroffen. Die Wiesn war unser Leben, wir haben dort viele schöne Dinge erlebt und sind dankbar dafür.“

 

 „Gedankenspiele über eine Neuausrichtung gibt es ja nicht erst seit wenigen Monaten“, sagt Daniela Heide. „Wir haben uns das reiflich überlegt. So ein Schritt ist ja auch aufgrund der langen Familientradition nicht leicht. Schon unser Urgroßvater war auf dem Oktoberfest.“ Auch Vater Georg Heide, der schon seit 53 Jahren auf der Wiesn ist und gleich in drei Zelten zu Hause war, findet den Schritt traurig, aber notwendig. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht  gemacht, aber wir haben sie als Familie gemeinsam getroffen. Die Wiesn war unser Leben, wir haben dort viele schöne Dinge erlebt und sind dankbar dafür.“

Der letzte Auslöser, sich vom Oktoberfest zu verabschieden, war die Corona-Krise. Zwar wurde das Fest heuer rechtzeitig abgesagt, so dass die Kosten noch überschaubar waren. Aber die Einnahmen fehlen natürlich. Und eine Wiesn 2021 ohne ausreichenden Versicherungsschutz, den es für den Fall einer Pandemie wohl nicht mehr gibt, war der Familie Heide zu riskant. Heides können sich in der derzeitigen Form der Auflagen in der Gastronomie einen vernünftigen Ablauf in einem Festzelt mit 6.500 Plätzen nicht vorstellen.

 

Die Familie will ihr Unternehmen umstrukturieren und mit neuen Ideen in die Zukunft führen. „Es ist der richtige Zeitpunkt“, meint dann auch Daniela Heide. Zumal sich Mutter Renate und Vater Georg, heuer ebenfalls aus dem operativen Geschäft zurückgezogen haben. Auch im Stammbetrieb der Familie, der Gaststätte Heide Volm in Planegg. Abschied von der alten Bräurosl hatten die Heides schon bei der vergangenen Wiesn genommen. Das Zelt hat seine Dienste getan und wird durch ein Neues ersetzt.

 

Zusammen mit Ehemann Pascal will sich Daniela Heide jetzt auf den Stammbetrieb konzentrieren. Die Heide-Volm in Planegg wird neu ausgerichtet. „Wir wollen ein Wirtshaus und Biergarten für junge Familien sein“, meint Daniela Heide. Auch hier heißt es Servus sagen. Der große Saal wird abgerissen, der kleine Saal stillgelegt. Aus der ehemaligen Großgaststätte soll ein gemütliches Kleinod im Würmtal werden.

 

Die Oktoberfest-Tradition der Familie Heide reicht bis ins Jahr 1936 zurück als Urgroßvater Georg Heide die Bräurosl übernahm. Nur drei Jahre lang, denn dann kam der zweite Weltkrieg. Erst 1951 gab es wieder die Pschorr Bräurosl auf dem Oktoberfest. Schon fünf Jahre später folgte Wiesn-Legende Willy Heide, der später auch Sprecher der Wirte wurde (1984 – 2001) und anno 1985 das Platzkonzert vor der Bavaria initiierte. Renate und Georg Heide waren von 2002 bis 2012 alleinige Bräurosl-Wirte. Seit 2013 teilt sich die Familie Heide die Verantwortung.

 

Leider wird nun auch die schöne Tradition der Kerzenweihe in der Wallfahrtskirche Maria Eich in Planegg nicht mehr fortgeführt werden. Georg Heide und seine Familie haben mit dem Anzünden der Kerze vor der Wiesn gemeinsam mit den Wiesnwirten „für eine friedliche Wiesn“ gebetet.

 

Hacker-Boss Andreas Steinfatt in einer Video-Botschaft bei der Pressekonferenz: "Es ist eine sehr traurige Nachricht, dass die Familie Heide beim Oktoberfest 2021 nicht in die neue Bräurosl einziehen wird. 83 Jahre waren sie mit Leib und Seele Wiesn-Wirte und geschätzter und verlässlicher Partner an unserer Seite. Wir bedauern die Entscheidung sehr, aber natürlich respektieren wir sie“.

 

 

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