GastroFrühling auf dem Frühlingsfest 2019

Am 29. April 2019  haben sich rund 2500 Hoteliers und Gastronomen aus ganz Bayern zum “Volksfest der Branche“, dem traditionellen GastroFrühling im Hippodrom getroffen, um „ein eindrucksvolles Signal der Geschlossenheit und Stärke abzugeben, die auch nach außen deutlich dokumentiert wird“. Von den fünf bayerischen Ministern, die im Vorfeld zugesagt hatten, waren nur zwei gekommen: Finanz- und Heimatminister Albert Füracker und Justizminister Georg Eisenreich.

 

Nach der Begrüßung durch Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert, warteten viele gespannt auf die Grundsatzrede von Angela Inselkammer , Präsidentin DEHOGA Bayern. Die Forderungen der Branche, ob Steuern, Betriebsprüfung, Allergen-Kennzeichnung, reduzierten Umsatzsteuersatz auf Lebensmittel, flexible Arbeitszeit, Verdienstgrenze beim Mini-Job usw. hat sie kämpferisch und lautstark vorgetragen, denn „ohne uns läuft nichts im gesellschaftlichen Leben“.

 

Zu Albert Füracker: „Ohne uns gäbe es die 34 Milliarden Umsatz im Tourismus gar nicht“. Ohne Gastronomie und Hotellerie kämen keine Gäste nach Bayern und Tagesausflüge wären auch „fad ohne a g`scheide Wirtschaft zum Einkehren“.

 

Großes Gelächter beim Thema Schankverlust, als sie Füracker an sein Anzapfen beim Maibock 2018 erinnert hat. Er hatte mit 9 Schlägen und einem großen Biersee angezapft. Inselkammer: „Ich hoffe die Wirte im Hofbräuhaus haben sich das Video aufgehoben“.  Die Menge am Wareneinsatz sei nicht an Betrügereien gelegen, sondern am Anzapfen.

 

Den von Foodwatch im Internet veröffentlichen Hygienebericht „Topf Secret“ bezeichnete sie als „Hygienepranger“, der „Denunziantentum in Reinform“ sei.

 

Die geplante EU-Richtlinie Gästen kostenloses Trinkwasser auf den Tisch zustellen sei „absolut verrückt. Da könne man ja auch fordern, „dass jeder Mensch ein Grundrecht auf einen kostenfreien Personalausweis hat“. Eine Dienstleistung von Menschen für Menschen müsse etwas wert sein. Standing Ovations beim Ende Ihrer Rede und der Aufforderung an die Politik „Handeln Sie“.

 

Albert Füracker bedankte sich bei Angela Inselkammer, dass sie ihre Aufgabe, der Regierung den Kopf zu waschen, „hervorragend gemacht“ hat. Füracker: „Wenn  schon einer von der Regierung da ist, dann gehört ihm auch der Kopf gewaschen, auch wenn er keine Haare hat“.  Das Finanzamt habe „keinen Plan die Gastronomie zu ärgern“.

 

Zu den Forderungen von Inselkammer will er „schauen was sich machen lässt.“ Politiker würden schließlich daran gemessen, was sie auch halten. Dem Wirtshaussterben müsse man Einhalt gebieten, es sei wichtig, dass es Wirtshäuser auch auf dem Lande gäbe.

 

Zum Vorschlag von Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes, Schafkopfen in der Schule zu lernen: „Die Kinder sollen ins Wirtshaus gehen, da lernen sie es auch“. Am Ende seiner Rede machte Füracker den, wohl nicht ernst gemeinten, Vorschlag mit Angela Inselkammer für ein halbes Jahr zu tauschen. Bei der Betreuung der Enkelkinder sei er allerdings „nicht der Richtige“.

 

Für Ex-Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer gab es zum Schluss als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz für die Interessen der DEHOGA Bayern noch einen Korb mit Schmankerln aus den sieben bayerischen Regierungsbezirken.

 

Anschließend wurde bei Hendl und Bier noch lange über die Rede von Angela Inselkammer und Albert Füracker diskutiert.

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